Cannes 2009: Die Jagd nach der Goldenen Palme (Teil 3) – Von Bauherren und Knastbrüdern
Salut, Baguette, Bonjour. Die Franzosen kommen. Zumindest heute bei unserem flimmit „Cannes Special“. Der dritte Blog unserer kleinen Vorstellungsrunde steht ganz in blau-weiß-roter Manier (das sind die Farben der französischen Flagge, nur zu Info).
Alain Resnais ist kein Neuling auf dem roten Teppich in Cannes. 1959 erhielt er für seinen ersten Spielfilm „Hiroshima, mon amour“ die begehrte Palme und eine Oscarnominierung. Resnais dürfte bereits mehrere Kaminsimse brauchen, um all die Auszeichnungen auch staubfängergerecht aufzustellen: Er bekam bereits den Silbernen Bären und den Goldenen Löwen – Wenn er dieses Jahr noch eine zweite Goldene Palme bekommt, kann er eine eigene Safaritour in seinem Wohnzimmer anbieten. Sein neuer Film „Les herbes folles“ handelt von der schicksalhaften Begegnung einer Zahnärztin und Hobbypilotin (ja, so was gibt’s) und einem merkwürdigen Einzelgänger (auch das kommt vor). Er rettet ihre Brieftasche und so öffnet sich die Tür für ein romantisches Abenteuer.
Xavier Giannoli hat sich in seinem neuen Film der grauenvollen Realität gestellt: Der Baubehörde. Jeder, der nur entfernt in einem Raum mit vier Wänden wohnt, wird jetzt genervt aufstöhnen. Ja, die Baubehörde. In „A l’origine“ bereitet ein kleiner Gauner sein Meisterstück vor. Er gibt vor, der Chef einer großen Baubehörde zu sein und narrt auf diese Weise eine ganze Region. Aber er hat nicht mit der Bürgermeisterin des Dorfes gerechnet. Ab und zu siegt eben doch die Gerechtigkeit.
Jacques Audiard haben wir „Amelie“ zu verdanken. Also nicht den Film, aber die Tatsache, dass er Drehbuchautor des Streifens „Schöne Venus“ war, der Audrey Tautou zum Star macht. Der Meister des Thrillers, wie er auch genannt wird (obwohl es ihm widerstrebt, in ein spezielles Genre gepresst zu werden) geht nun mit „Un prophete“ ins Rennen. Es ist die Geschichte eines Waisenjungen maghrebinischer Abstammung. Unter Maghreb versteht man die drei nordafrikanischen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko, also die Länder direkt südlich von Europa. Der Junge avanciert im Gefängnis mithilfe der korsischen Mafia zu einem einflussreichen Kriminellen. Gegeneinander ausspielen, tricksen, spitzeln – ein Film, der Fans von Strategiespielen Spaß machen dürfte.
In diesem Sinne, bis demnächst!
Eure Irene
