Autor: OJ |  Kategorien: Festivals

Cannes 2009: Die Jagd nach der Goldenen Palme (Teil 4): Die Panik vor Marlon Brando

Tag sechs in Cannes. Ein paar unnötige Hard Facts vorab: Die “Transformers”-Statue vor dem Carlton Hotel ist fünf Meter hoch. Die Türsteher am Croisette Beach sind sehr streng. Ein gutgefütterter, als Spiderman verkleideter Deutscher wurde gesichtet und Eva Longoria ist vom Wiener Life Ball direkt nach Cannes gereist.

Elia Suleiman hat vor sieben Jahren den Jurypreis von Cannes für „Göttliche Intervention“ bekommen. Jetzt ist er mit “The Time That Remains“ im Rennen. Es geht dabei um die Gründung Israels. Ob er dabei die Glosse von Ephraim Kishon als Vorbild nimmt, bleibt zu bezweifeln. Laut Kishon wurde Israel nämlich folgendermaßen gegründet: Zwei Juden blieben vor 50 Jahren in einer öden Sandwüste stecken, und einer drückte die Meinung aus, dass hier kein menschliches Wesen überleben könnte. Der andere meinte, dass überall, wo ein Wille ist, auch ein Weg ist. Daraufhin schlossen sie eine Wette ab. So wurde Tel Aviv gegründet. Aber möglicherweise ist Suleimans Film historisch doch etwas genauer belegt.

“Vengeance” – Johnnie To, bekannt für seine Thriller nach französischem Vorbild mit einem leichten Hongkong-Touch, lässt in seinem Film „Vengeance“ einen französischen Ex-Killer (Zwischenfrage: ab wann geht ein Killer eigentlich in Pension?) nach Hongkong reisen, der Rache für einen Mord üben will.

Ein Film über den Film. Das ist “Visage” von Tsai Ming-Liang. Ein Regisseur (wir sind jetzt bereits beim Filminhalt) will im Louvre die Geschichte von Salomè drehen. Dabei soll die Rolle des Herodes von dem depressiven, vereinsamten Schauspieler Jean-Pierre Lèaud gespielt werden. Dieser Schauspieler (der wiederum nicht fiktional ist) ist bekannt dafür, sehr eigen zu sein. So hatte er etwa bei den Dreharbeiten zu „Der letzte Tango in Paris“ so eine Angst vor Marlon Brando, dass sie die Szenen separat drehen mussten. Um dem Low-Budget-Projekt eine bessere Chance zu geben (jetzt wieder Filminhalt), entschließt sich die Crew einen internationalen Star zu casten. Damit beginnen die Probleme aber erst recht.

Das Wetter in Cannes ist schön, ein Regisseur radelte nackt durch die Stadt und wir haben tatsächlich Tickets für Pedro Almodovar (aber dazu später mehr). In diesem Sinne, eine schöne Woche,

Eure Irene

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