Autor: OJ |  Kategorien: Festivals

Cannes 2009: Die Jagd nach der Goldenen Palme (Teil 2) – Von Musen und Talk Shows

Sonne, Strand und Palmen (sowohl in natura als auch vergoldet). Tag zwei in Cannes: Die ersten Stargäste treffen ein, die Fotografen zertrampeln sich gegenseitig und die ersten Kritiken sind bereits en masse im Internet zu lesen. Zusammenfassend kann bisher diese Erkenntnis gewonnen werden: Der animierte Eröffnungsfilm „Up“ sorgte neben leichten melancholischen Ausfällen für ausgelassene Heiterkeitsstimmung, Jury-Präsidentin Isabelle Huppert trug ein floral besticktes Kleid von Armani, Francis Ford Coppola und Tilda Swinton wurden gesichtet. Und das Wetter war schön.

Und nach diesem ersten Gossip komme ich wieder zurück zur eigentlichen Bedeutung von Cannes (abgesehen von Sehen und gesehen werden): Filme! Viele, viele Filme!!

Satan hat die Welt erschaffen: Das ist der Basisgedanke des nominierten Films „Antichrist“ von Lars von Trier. Der dänische Regisseur ist bekannt für düstere Dogmafilme, die unter die Haut gehen, man denke zurück an „Dancer in the Dark“ „Manderlay“ „Breaking the Waves“ oder „Dogville“ – Meisterwerke, die nicht nur den zart besaiteten Kinobesucher erschüttern.
In „Antichrist“ bringt ein Psychiater (gespielt von William Dafoe) seine Frau (Charlotte Gainsbourg) zu dem Ort, den sie am Meisten fürchtet, um den Tod ihres Sohnes zu verarbeiten. In einer Hütte im Wald versuchen die Beiden zu verstehen, warum es zu der Tragödie kam und sie müssen lernen, dass die Natur des Menschen einfach schlecht ist. Großartige Bilder, großartige Schauspieler und Einblicke in die menschliche Seele, wie sie nur Lars von Trier  liefern kann.

Apropos großartige Bilder: Penelope Cruz ist einmal mehr die Muse des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar, der mit seinem neuen Film „Los abrazos rotos“ (dt.: Die kaputten Umarmungen) ins Rennen geht. Dem Trailer nach zu urteilen, scheint der 17. Film des Spaniers inhaltlich genau seinem Titel zu entsprechen: Penelope im Umarmungsfieber!

Und wenn wir schon bei Umarmungen sind: Ein 15-jähriges Teenie-Mädchen, aggressiv und unverstanden, und ihre Mutter, aggressiv und unglücklich, leben zusammen eher schlecht als recht. Was normalerweise der Stoff für Talk Shows ist, inszeniert die Britin Andrea Arnold in “Fish Tank” mit dokumentarischer Genauigkeit. Aber dann bringt die Mutter plötzlich einen geheimnisvollen Fremden (Michael Fassbender) in ihr Leben. Und wie könnte es anders sein: Das Leben verändert sich. Ja, so ist das eben.

Morgen widmet sich der flimmit-Blog den Beiträgen von Alain Resnais, Xavier Giannoli und Jacques Audiard – schließlich sind wir in Frankreich.

Irene (flimmit Redaktion)

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