Cannes 2009: Verzaubert, Vergiftet & Verdruss
Cannes Tag Sieben/ Fakt 1:
Strahlender Sonnenschein an der Côte d’Azur? Sollte man denken, ist aber nicht so. Stattdessen schneit es! Das ist keine Übertreibung, die Palmen waren weiß bezuckert. Aber keine Sorge, der Klimawandel hat nicht von heute auf morgen mit einem Wettervorschlaghammer zugeschlagen, die Polkappen sind noch nicht ganz geschmolzen. Der Boulevard Croisette wurde extra für die Premiere des Weihnachtsfilm „A Christmas Carol“ von der Produktionsfirma in eine weiße Santa-Winter-Kitsch-Wunderlandschaft verwandelt – Hollywoodstar Jim Carrey inklusive.
Cannes Tag Sieben/ Fakt 2:
Pedro Almodovars Muse Penelope Cruz hat es gerade noch nach Cannes geschafft. Eigentlich wollte die Schauspielerin ihren Musical-Film „Nine“ vorstellen und an der Seite von Almodovar zur Premiere von „Los Abrazos rotos“ wandeln. Stattdessen wird sie es nur bis zur nächstbesten Toilette geschafft haben. Lebensmittelvergiftung! Die Arme. Aber es ist wieder einmal mehr bewiesen worden, trotz gegensätzlicher Urban Legends: Schauspieler sind menschlich und Elvis ist tot.
Cannes Tag Sieben/ Fakt 3:
Diese Ironie, diese Ironie. Das Spezielle an Komikern ist, dass sie gewollt komisch sind (oder auch nicht). Aber wenn die Torte im Gesicht nicht abgesprochen ist, wie reagiert ein Komiker dann? Der 83-jährige Komiker Jerry Lewis sorgte in Cannes auf dem roten Teppich für eine Lachnummer, die bei ihm selbst leider nur Gefluche auslöste. Der Comedy-Opa stieg aus seiner Limousine, um dann über den roten Teppich zu schreiten. Kurz bevor er die Treppen zum Palais des Festivals emporsteigen konnte, passierte es: Ein dumpfer Knall, ein Schrei und auf einmal lag Lewis am Boden. Ob da ein schadenfrohes Lachen erlaubt ist? Ja, auch bei einem Achtzigjährigen (wenn er von allein noch aufstehen kann).
Die Halbzeit in Cannes ist geschafft. Noch eine spannende Woche wird folgen.
Gehabt Euch wohl, Eure Irene
