Autor: OJ |  Kategorien: flimmit Filmnews & Reviews

Der Steppenwolf: Einsamkeit, Zerrissenheit und ein bisschen Liebe

Harry Haller hat ein Leben als Außenseiter gewählt. Er sieht sich selbst als eine Mischung aus Mensch und einsamen „Steppenwolf“. Da aber der Mensch nicht für so ein Leben geeignet ist, auch wenn er sich selbst dafür entschieden hat, beschließt Harry, sich an seinem 50. Geburtstag das Leben zu nehmen. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, nach Harmonie und Liebe kollidiert mit dem Drang nach Freiheit und der Verachtung für alles Normale. So schlittert er immer tiefer in eine existenzielle Krise. Aber wie es meistens an solchen einschneidenden Lebensabschnitten passiert, trifft der lebensmüde Mann Hermine. Eine scheinbar oberflächliche, dafür umso lebenslustigere Frau, die ihn wieder in das „normale“ Leben einführt. „Der Steppenwolf“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Klassikers von Hermann Hesse und die perfekte Alternative für jene, denen 290 Seiten an einem Samstagabend zu heftig sind oder eine hervorragende Leistung des schwedischen Schauspielers Max von Sydow vorziehen.

Übrigens war nicht der 1946 an Hesse verliehene Nobelpreis der Auslöser für das aufkommende Interesse an der Literatur des Autors. Vielmehr lag einer der Gründe in dem anglo-amerikanischen Bestseller „The Outsider“ von Colin Wilson. Ein 25-jähriger Amateur analysiert in diesem 1956 erschienen Buch den Typus des Outsiders anhand von Werken namhafter Personen. In einem ganzen Kapitel widmet sich Wilson dem Werk Hermann Hesses und weckt somit die Neugier seiner jungen Leserschaft auf diesen bis dahin fast unbekannten Autor. So kam es, dass sich der amerikanische Regisseur Fred Haines den Stoff vornahm und auf beeindruckende Weise verfilmte.

FAZIT: Vier von fünf einsamen Wölfen, ein starkes Rudel

Eure Irene

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