Kinotipp: “State of Play – Stand der Dinge”
Da schreibt man seine zweite Blog-Filmkritik und schon will einem ein Film weiß machen, dass Blog-Schreiben nicht sooo fundiert ist, wie die gute alte Zeitung. Toll – eigentlich sollte man hier direkt, zumindest als geneigter Internet-Film-Kritiker, den Kinosaal oder das heimische Wohnzimmer verlassen und das letzte Print-Abo kündigen.
ABER – und darauf haben Sie, geschätzter Blog- (und wahrscheinlich auch Zeitungs-)Leser – mein Wort: Bleiben Sie ruhig sitzen, denn selten war ein Film so aktuell und sehenswert wie der Politthriller “State of Play – Stand der Dinge” mit den exzellent harmonierenden Oscar-Gewinnern Russell Crowe und Ben Affleck (zu sehen bei uns in Chasing Amy und Good Will Hunting).
Und das gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen geht es um die Krise der Zeitungsindustrie in Zeiten des Internets und zum anderen um das schmutzige Milliardengeschäft Krieg, dass vor allem in den USA durch Söldner-Heere in Afghanistan und im Irak in die Schlagzeilen gekommen ist.
Aus der komplexen englischen Polit-Mini-Serie „State of Play“, die auch als Vorlage diente, kreiert Regisseur Kevin MacDonald (“Der letzte König von Schottland”) eine packende und düstere Geschichte über (Medien-)Macht, Mord und Intrigen.
Bereits in den ersten Bildern wird eine Atmosphäre düsterer und anonymer Bedrohung aufgebaut: Ein schwarzer Kleinganove wird auf offener Straße erschossen. Ein zufälliger Augenzeuge bekommt eine Kugel in den Rücken. In einem überfüllten U-Bahnhof stürzt eine Frau vor den einfahrenden Zug. Im ersten Moment scheinen die blutigen Ereignisse in keinem erkennbaren Zusammenhang zu stehen. Auch für den abgebrühten Journalisten Cal McAffrey (Russel Crowe) sind sie zunächst kaum mehr als die üblichen Einspalter-Tragödien der Großstadt. Cal ist ein Reporter der alten Print-Journalisten-Schule. Er verabscheut den modernen Onlinejournalismus und wirkt wie ein Relikt aus einer Zeit, als es noch Schreibmaschinen und ratternde Nachrichtenticker gab.
Im Auftrag seiner Chefin Lynne (Helen Mirren) geht Cal den Todesfällen nach und bald deckt er Verbindungen bis in die höchsten Regierungskreise auf, die auch seinen Jugendfreund Collins (Ben Affleck) betreffen. Collins, als vermeintlicher weißer Polit-Gutmensch, leitet die Verhandlungen über den Verbleib der privaten Sicherheitsfirma namens PointCorp in Diensten der US Army. Plötzlich scheinen alle Fäden zusammenzulaufen und ein Lauf gegen die Zeit und den vermeintlichen Mördern beginnt…
Fazit: Ein hochspannender Thriller mit einem etwas überzeichneten Ende, der trotzdem noch 4 von 5 Tageszeitschriften-Abos mit Monatsbeilage wert ist.
Euer
sockenwuckerl
Der englische Trailer auf Youtube (weitere Trailer zu unseren Kinotipps findest du im flimmit-Youtube-Channel):

August 20th, 2009 at 17:58
prima Kritik – macht richtig Lust auf den Film! Schaue ich mir dann gleich nach den Inglorious Basterds an…