Viennale
Han, dul, set – Eins, zwei, drei…LOS!
„Hana, dul, set“ ist eigentlich die politische Version von „Kick it like Beckham“. Vier Frauen haben eine gemeinsame Leidenschaft, die sie bis in die Profiliga führt: Fußball. Fußball in Nordkorea, das hat dann gleich eine andere Dimension als ein rebellischer Aufstand gegen die Eltern, wie in „Kick it like Beckham“. Die vier werden für das nationale Frauenteam ausgewählt und diese Ehre verschafft ihnen in Nordkorea ein angenehmes Leben. Wer Ehre bringt, dem wird von dem Regime wie ein Held behandelt. Es könnte für die vier Kämpferinnen also nicht besser laufen, aber die zahlreichen Wettkämpfe außerhalb von Nordkorea machen ihnen zu schaffen. Ständig werden sie mit der politischen Situation in ihrem eigenen Land konfrontiert, was schließlich zu enormen ideologischen Auseinandersetzungen führt. Als das Team schließlich nicht den Sprung zu den Olympischen Spielen in Athen schafft hat das weitreichende, persönliche Konsequenzen für die Athletinnen. Das angenehme Leben ist vorbei.
“Wenn man das große Feld betritt, ist das ein Gefühl, als ob das Herz weit wird und man jede andere Welt betreten kann.” So beschreibt eine der Sportlerinnen ihre Liebe zum Fußball, ihre Augen leuchten dabei in die Kamera. Regisseurin Brigitte Weich hat in eindrucksvoller Form festgehalten, wie nicht nur im Sport, sondern in der gesamten koreanischen Sichtweise die Worte Entschlossenheit, Rückgrat und Pflichterfüllung im Mittelpunkt stehen.
“Maradona war nicht viel größer als ich”, erzählte Ra Mi Ae, “wenn ich es nur versuche, kann ich das auch schaffen.” Die Defensivspielerin hat gemeinsam mit Stürmerin Jin Pyol Hi, Spielmacherin Ri Hyang Ok und Torfrau Ri Jong Hi nicht unwesentlichen Anteil daran, dass das nordkoreanische Frauen-Nationalteam heute zu den zehn besten der Welt zählt. “Diese vier haben sich sehr schnell als Protagonistinnen herauskristallisiert”, erzählt Regisseurin Brigitte Weich. “Aber dass die nicht mehr spielen würden, wenn wir drehen, das war ja überhaupt nicht abzusehen. Na ja, reality bites.” Tatsächlich wurden viele Spielerinnen nach der verpassten Olympia-Qualifikation zwangspensioniert.
Was das Team filmen durfte, war streng vorgegeben. “Es war immer die Frage, was werden sie uns zeigen – die ganzen Locations, die wir uns in Wien ausgedacht und bestellt haben, haben wir zum großen Teil geraten, weil man ja nicht recherchieren kann und nicht weiß, was es vor Ort gibt oder wie die Familiensituationen sind.” Vor Ort war dann zumeist Spontanität und Improvisationsgabe gefragt. Entstanden ist ein eindrucksvolles Portrait und eine intime Einsicht in das Leben der Frauen in Nordko
