Viennale
And the Wiener Filmpreis goes to…
Gestern wurde die Viennale mit dem Abschlussfilm „A serious Man“ von Joel und Ethan Coen und der Verleihung des Wiener Filmpreises offiziell beendet. Jessica Hausner muss mittlerweile wohl Platz auf dem Kaminsims machen. Der mit Preisen ausgezeichnete Film „Lourdes“ (FIPRESCI Preis, SIGNIS Preis, La Navicella-Preis & den Brian-Preis – 66. Filmfestspiele von Venedig) hat nun auch noch den Wiener Filmpreis für den besten österreichischen Spielfilm des vergangenen Jahres abgestaubt. Die Geschichte über die gelähmte Christine, ihrer Wunderheilung in Lourdes und die innere Zerrissenheit von Gläubigen, die zwischen Neid und der Quasiverpflichtung für Nächstenliebe schwanken, ist zu recht einer der eindrucksvollsten Filme des letzten Jahres und auch die Jury bezeichnete Hausners Film als “außergewöhnliches Filmereignis”.
Peter Kerekes konnte mit seiner Dokumenation „Cooking History“ die Jury überzeugen und gewann den Wiener Filmpreis (in der Sparte „Dokumentation“). Dieser wurde heuer wurde nicht nur erstmals in zwei Kategorien verliehen, sondern auch mit je 14.000 Euro in Geld- und Sachwerten dotiert. Kerekes’ Armeekoch-Doku besteche durch ihren “außerordentlich eigenwilligen Zugriff” und ihre “Prise Sarkasmus”, zeigte sich die Jury überzeugt von der Doku. Peter Kerekes erzählt, dass seine Großmutter ihm gesagt habe, dass sein Humor nur daheim verständlich sei. “Und ich glaube, sie hat recht: Für einen Ungar, der in der Slowakei lebt, fühlt sich Wien fast wie daheim an.”
Der FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik ging an den Chinesen Yu Guangyi für “Xiao Li Zi” (Survival Song), der überglücklich versprach, mit seinen Filmpreisen auch weiterhin die Familien seiner Hauptdarsteller aus dem Norden Chinas zu unterstützen.
Der “Standard”-Publikumspreis ging an den Iraner Asghar Farhadi für “Darbareye Elly” (About Elly), der in seiner Grußbotschaft der Jury, dem Viennale-Team und dem Wiener Publikum herzlich dankte. “Der Film legt die Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen offen und zugleich einen seltenen Blick auf die bürgerliche Mittelschicht Irans gewährt” , so die Jurybegründung für die Auszeichnung.
Eine Lobende Erwähnung von der Wiener-Filmpreis-Jury erhielt zudem Gustav Deutsch für “Film ist. A Girl and a Gun”.
Die Viennale war dieses Jahr ein voller Erfolg, die Besucherzahlen stiegen, und Viennale-Direktor Hans Hurch sprach von einer „schönen Bestätigung und Ermutigung für das, was wir im Laufe der Jahres gemacht haben.“ Besonders erfolgreich war das Tilda Swinton-Tribute und die US-Komödien-Retrospektive im Filmmuseum.

