Autor: OJ |  Kategorien: Filmfankultur & Szenenews

Neuer Hype

Verdammte Blutsauger

Ich meine hier “Verdammt” nicht als Schimpfwort – zumindest nicht nur: Sie beißen, sind blutdürstig und dennoch gab es nie einen größeren Hype um sie: Vampire! Sie sind überall – zumindest im audio-visuellen Film- und Fernsehbereich. Angefangen hat es wohl mit „Buffy“ bereits in den Neunziger Jahren des letzten Jahrtausends, dazu noch „Moonlight Angel“ und „Blood Ties“. Aber auch wenn es in den letzten Jahren immer wieder auch Filme zu diesem Thema gab (Van Helsing, Underworld, Königin der Verdammten, Interview mit einem Vampir, Lost Boys, From Dusk till Dawn) entstand der wahre Medienhype erst durch „Twilight“ – und mit dem Hype ein noch nicht ausgefochtener Kampf zwischen begeisterten Anhängern der Romanverfilmung mit Kirsten Stewart und Robert Pattinson und absoluten Gegnern, die in diesem Roman/Film nur eine Botschaft sehen, wie das Leben von Mormonen gelebt werden soll. Ich selbst gehöre – jetzt also offiziell  – zu den Gegnern.

Vielleicht bin ich zu alt, um Robert Pattinson’s „ich bin kurz vorm Weinen“-Blick süß zu finden, sondern bin im Gegenteil genervt von dieser momentanen „Emo“-Einstellung, die auch vor den Charakteren von „Twilight“ nicht halt gemacht hat. Eine 17jährige, die sich für immer an einen Mann binden will, löst bei mir nur ein Kopfschütteln und verächtliches Schnauben aus. Mag sein, vielleicht verstehe ich die zarte und unschuldige Liebe, die zwischen den Beiden besteht, nicht, vielleicht bin ich schon zu abgestumpft, um heimliche Liebestreffen nicht entzückend zu finden, sondern als unpraktisch und stressig abzustempeln. Wie der aufmerksame Leser mittlerweile wohl gemerkt hat, ich mag das Ding einfach nicht. Punkt! Logische Schlussfolgerung meinerseits war „Naja, dann musst du wohl diese Vampirphase übertauchen und warten, bis Horror oder Psychofilme wieder aktuell werden“. Es schien ein langes Jahr ohne visuelle Reizbefriedigung zu werden. Überall nur Vampire oder James Cameron – eines wie das Andere nicht mein Geschmack. Aus der Not heraus beschloss ich, den Untoten noch eine Chance zu geben. „Vampire Diaries“ ist nichts anderes als „Twilight“ in Serie und einschließlich Sex – Ich gebe es ungern zu, aber ich habe tatsächlich keine Folge bisher verpasst. Das mag aber vor allem an Ian Sommerhalder liegen und weniger an dem manchmal mehr als plumpen Drehbuch. Wie gesagt, ich war zumindest ein bisschen versöhnt mit den Blutsaugern, daher war ich gewillt, noch einen Schritt weiter zu gehen…

Und borgte von einer Freundin die erste Staffel „True Blood“ aus. Für alle, die das nicht kennen: Vampire haben sich der Gesellschaft offenbart, weil es synthetisches Blut aus Japan (woher sonst?) gibt und sie nicht mehr gezwungen sind, von Menschenblut zu „leben“. Und das – man ahnt es – birgt natürlich auch Probleme mit sich. Die Serie von Allan Ball („Six Feet Under“) nach der Romanvorlage von Charlaine Harris ist in den USA bereits zu einem absoluten Klassiker aufgestiegen – UND DIESMAL ZURECHT! Ich nehme hiermit alles zurück, Vampire sind nicht ätzend, langweilig und bessere Fledermäuse – richtig dargestellt (Danke an Allan Ball der die Vampirwelt für erwachsene Zuschauer inszeniert hat) ist es eine neue Welt, die ich nicht mehr missen möchte. Besonders beeindruckend ist Alexander Skargård als 1000 Jahre alter Wikinger-Vampir Eric, der als Sheriff von Area 5 in Louisiana richtig böse, und dennoch mit seinen 1,94 cm besonders für das weibliche Publikum ein absoluter Hingucker ist. Hoch leben die Toten!

Irene

Reblog this post [with Zemanta]
Bookmark & Print:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Twitter
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Print

Schreib eine Antwort