Autor: kalafudra |  Kategorien: flimmit Filmnews & Reviews, Kalafudra's Kino

Kalafudra's Kino: Young Victoria

Kitsch, lass nach! Aber andererseits ist er doch so wunderschön…

Young Victoria (der auf Englisch übrigens The Young Victoria heißt, aber offensichtlich geht man davon aus, dass das  “the” das deutschsprachige Publikum überfordert hätte) erzählt die Geschichte wie Victoria Königin Victoria wurde – und wie sie ihren Mann Albert kennenlernt.

Victoria (Emily Blunt) ist die Nichte des Königs – und einziger Nachfahre von ihm. Allerdings ist sie auch noch ziemlich jung und ihre Mutter, die Herzogin von Kent (Miranda Richardson), beraten vom machthungrigen Sir Conroy (Mark Strong), versucht sie dazu zu bringen, die Mutter als ihre königliche Vertretung einzusetzen.

Doch ist die Mutter nicht die einzige, die versucht, Victorias Jugend und ihre Unerfahrenheit für sich auszunutzen. Ihr Onkel, König William (Jim Broadbent) stellt ihr Lord Melbourne (Paul Bettany) zur Seite, der zwar nicht so machthungrig wie Conroy ist, aber mindestens genauso auf seinen eigenen Vorteil bedacht, und ein Politiker durch und durch. Ihr anderer Onkel, König Leopold von Belgien (Thomas Kretschmann) versucht seinen Einfluss auf Victoria geltend zu machen, indem er ihr Prinz Albert (Rupert Friend) schickt, der sie gefälligst dazu bringen soll, sich in ihn zu verlieben.

Alles in allem, nicht gerade die romantischsten Umstände. Und doch schafft es der Film mit viel Kitsch und einer gesunden Dosis Dramatik, dass man mit Victoria und Albert mitfiebert. Gleichzeitig ist der Film historisch ziemlich akkurat (nicht hunderprozent natürlich, aber es fühlt sich doch realistisch an). Damit ist dem Film natürlich etwas ganz Hervorragendes  gelungen, denn einerseits hat man reiche, schöne, adelige Menschen, die sich verlieben und trotzdem sitzt man drin, nickt und sagt: “Jaja, so war’s damals…” als wäre man selber dabei gewesen.

Die Schauspieler, allen voran Emily Blunt und Rupert Friend, sind ganz fantastisch. Paul Bettany schafft es selbst nocht einem Unsympathler wie Melbourne eine gewisse Wärme abzuringen und Jim Broadbent war seit Moulin Rouge nicht mehr so wunderbar despotisch. Allein bei Mark Strong, der in letzter Zeit der Bösewicht in jedem zweiten Film ist, hat mir ein bisschen die Subtilität gefehlt.

Die Regie von Jean-Marc Vallée hat leider ein bisschen zu wünschen übrig gelassen. Besonders, wenn er sehr romantisch sein wollte, hatte er einige absurde Kamerafahrten eingebaut, die eine Gefahr für die allgemeine Stimmung darstellten. Aber die herrliche Musik von Ilan Eshkeri hat sie im Endeffekt immer gerettet. (Das Titellied von Sinead O’Connor war dann aber leider so zuckersüß, dass ich mir eine Insulinspritze gewünscht habe.)

Der Film hat den Oscar für Kostüme heuer bekommen – und das komplett zurecht. Insgesamt war er einfach wunderschön anzuschauen – ein in Kitsch getränktest Drama, dass sämtliche Romantikbedürfnisse für diesen Sommer befriedigen sollte. Solche Filme muss man mögen, aber wenn man es tut, dann hat man ein wunderschönes Exemplar in Young Victoria.

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Kalafudra gibt zu, dass ihr seit Elisabeth keine köngliche Liebesgeschichte so ans Herz gegangen ist. Sie weiß, dass sie das zu einem fürchterlichen Weichei macht, aber auf ihrem Blog schreibt sie dafür auch über solche Action-Klassiker wie Twilight und StreetDance 3D.

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