Autor: kalafudra |  Kategorien: flimmit Filmnews & Reviews, Kalafudra's Kino

Kalafudra's Kino: Predators

Ich bin kein Star, holt mich hier trotzdem raus.

Predators ist eine Mischung aus Fortsetzung und Remake von dem Schwarzenegger-Film aus den 8oern.

Eine Gruppe bewusstloser Menschen wird per Fallschirm in einen Dschungel befördert. Die meisten sind bewaffnet, kampferprobt und/oder psychopathisch. Schnell kristallisiert sich der einzelgängerische Typ gespielt von Adrien Brody als Anführer der gemischten Gruppe heraus. Obwohl er eigentlich genauso ahnungslos und desorientiert ist wie die anderen, ergreift er die Initiative und die anderen folgen ihm.

Bald zeigt sich, dass dieser Dschungel nicht so ist, wie alle anderen. Er ist nicht mal auf der Erde. Dafür gibt es Außerirdische, die auf die Gruppe Jagd machen.

Auf die einzelnen Mitglieder des Trupps einzugehen, ist eigentlich überflüssig. Einer nach dem anderen, werden sie konsequent abgeschlachtet – und nur die unerfahrensten Kinogeher werden nicht erraten, wer das Blutbad überlebt.

Leider erwischt es gerade die interessantesten Figuren – gespielt von Danny Trejo und Louis Ozawa Changchien – relativ schnell (und insgesamt bleiben sie zu sehr unbeachtet). Dafür bleibt Walton Goggins absolut nerviger Psychopath [Bitte macht eure eigenen Witze darüber, wie er die Nerven des Publikums serienmordet] bis fast zum Schluss am Leben, was eigentlich nicht nötig wäre.

Überraschenderweise bleiben aber auch Alice Bragas und Adrien Brodys Figuren äußerst farblos. Ein notwendiger Lichtblick ist Lawrence Fishburnes Leistung: sein Noland ist verrückt in bester B-Movie Manier.

Regisseur Nimród Antal bietet aber zum Ausgleich für den eigentlich fehlenden Plot und die mangelhafte schauspielerische Leistung hervorragende Spezialeffekte und einen wunderschön gestalteten Dschungel. Allein der Moment, wo unsere Helden das erste Mal den Himmel über den Dschungel sehen, war schon fast den Ticketpreis wert. Zumindest auf der visuellen Ebene.

Der größte Schwachpunkt des Films sind aber die Dialoge. Wahrscheinlich wollte man so viele locker-flockige Action-Oneliner wie möglich hineinpacken, aber nachdemn der Film nicht mal wirklich einen Plot hat, gibt es nichts, was diese Sätze zusammenhält. Und das gibt sie einfach der Lächerlichkeit preis. Besonders als Isabelle einen vermeintlichen Predator anschreit: “Was bist du?” und die Antwort “am Leben” lautet, wird das deutlich.

Wenn man wenigstens das Gefühl bekommen hätte, dass die Schauspieler und Filmemacher tatsächlich Spaß an der Sache gehabt haben, wäre Predators ein äußerst amüsanter Film nach Evil Dead-Machart geworden. So bleibt er aber zumindest von der Stimmung her eine Pflichtübung aller Beteiligten. Und das ist für niemanden wirklich lustig.

Kalafudra fragt sich, wann Motivationen für Filmfiguren aus der Mode gekommen sind. Andererseits würde sie auch einfach aus dem Dschungel wollen, wenn sie hineingeworfen würde, ohne viele Fragen zu stellen.

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