Kalafudra's Kino: Kabale und Liebe
Altes Stück, junge Liebe
Kabale und Liebe ist ein Stück von Friedrich Schiller, das vor fünf Jahren anlässlich dessen 200. Todestages von Leander Haußmann verfilmt wurde.
Es geht darin um den jungen Adeligen Ferdinand (August Diehl), der sich in die bürgerliche Musikantentochter Luise (Paula Kalenberg) verliebt. Die zwei sind sehr glücklich miteinander – aber leider sind weder Luises Vater Miller (Ignaz Kirchner), der sich um seine Tochter sorgt, noch Ferdinands Vater, der Präsident (Götz George) von dieser Verbindung begeistert.
Der Präsident möchte nämlich eigentlich, dass Ferdinand die Lady Milford (Katja Flint) heiratet, die Mätresse des Herzogs; diese Ehe soll die soziale Stellung des Präsidenten sichern. Ferdinand ist verzweifelt und beschließt, sich der Lady anzuvertrauen: er bittet sie, das Hochzeitsangebot abzulehnen und ihn damit aus der Affäre zu ziehen. Aber die Lady, die selber in Ferdinand verliebt ist, lehnt ab.
Als Ferdinand dennoch keine Anstalten zeigt, Luise aufzugeben sondern ihr stattdessen vorschlägt, einfach wegzulaufen, beschließt der Präsident, dass er zu härteren Mitteln greifen muss. Gemeinsam mit seinem Sekretär Wurm (Detlev Buck) und dem Hofmarschall (Georg Friedrich) heckt er einen Plan aus: Er möchte Ferdinands Misstrauen und Eifersucht anstacheln, um so die beiden Liebenden endgültig zu entzweien.
Viele von uns haben Kabale und Liebe wahrscheinlich in der Schule gelesen [Ich nicht, weswegen ich jetzt auch nicht auf das Stück eingehen werde.] – Schiller ist ja Pflichtprogramm. Deswegen mag er vielleicht einen staubigen Nachgeschmack in vielen Köpfen hinterlassen, wie alles, was in der Schule gelesen wurde, irgendwie altbacken oder bemüht cool war (vielleicht war das auch nur bei mir so).
Verdient hat Schiller das jedenfalls nicht und Haußmann gibt dem Stück im Film eine überraschend moderne Note, trotz der historisch-klassischen Inszenierung. Das sorgt beides für frischen Wind, der den eventuell noch vorhandenen Schulstaub davonbläst.
Zur Hilfe kommt ihm hier aber vor allem auch die hervorragende Besetzung: August Diehl ist wie üblich großartig, Katja Flint ist absolut umwerfend und Georg Friedrich gibt dem Hofmarschall eine wunderbar-skurrile Note. Ignaz Kirchner und Katharina Thalbach tragen viel zum Humor in diesem Stück bei (der trotz der tragischen Ereignisse erstaunlich vordergründig ist). Allein Paula Kalenberg bleibt ein bisschen farblos; das mag aber vor allem an der Rolle liegen.
Kabale und Liebe ist also eine frische und muntere Neubearbeitung von Schiller, der man eigentlich nur die Musik ankreiden kann – die ist dafür aber wirklich furchtbar. Trotzdem bleibt der Film sehenswert.
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Kalafudra mag Theaterstücke, Filme und Filme, die auf Theaterstücken basieren. Über diese schreibt sie dann in ihrem Blog.
