Thank you for Smoking

Alles über die Flexibilität der Wahrheit

Das Wochenende ist vorbei und die Oscarberichterstattung läuft langsam an (nur noch eine Woche to go...). Ich saß also auf meinem Sofa und dachte über Medien und deren Auswirkungen nach. Im DVD-Player lag „Thank you for smoking“ und stachelte meine Überlegungen noch weiter an. Warum diese Überlegungen also nicht in einem Blog für alle nachvollziehbar veröffentlichen? Überlegt, geschrieben, getan! Medien schreiben über Medien, analysieren Medien, rücken den Medienbegriff in die Öffentlichkeit. Metamedienkritik in gewissen Sinne. Und in diesem Sinne steht auch der Film Thank you for smoking von Jason Reitman. Ein Film über Public Relation, Journalismus und die Macht der vierten Gewalt. Das enorme Potential der Sprache und deren verschiedenartige Verwendungsmöglichkeit steht im Mittelpunkt der Handlung um den Lobbyisten Nick Naylor, Pressesprecher einer Tabakgesellschaft in Amerika. Der Begriff Wahrheit verliert in diesem Film seine Bedeutung. Wahrheit steht hier nicht als universelles Gut, Wahrheit ist eine Frage des Standpunktes. Mit dieser Aussage und der Tatsache, dass Moral breit gefächert werden kann, ist dieser Film zwar als Satire gedacht, dabei aber zu realistisch und erschreckend zeitgemäß. Als gängige Argumentation gegen seine ständigen Gegner, nennt Nayler die Mündigkeit eines jeden Bürgers und das Recht auf Selbstbestimmung. Die Forderung nach dem Prinzip der Demokratie birgt auch ...

Golden Globes

Die Qualifikation für den Oscar ist eröffnet

In „300“ hat er dem Publikum zwei Stunden seinen muskelbebackten Bauch präsentiert, jetzt ist er ein Vorbote der kommenden Oscars. Gerard Butler ist nur einer von einem Staraufgebot, der bei der diesjährigen Golden Globes Verleihung einen der heißbegehrten Preise überreichen wird. Neben Gerard Butler werden auch Mel Gibson, Sophia Loren, Colin Farell, Halle Berry, Julia Roberts, Nicole Kidman und Mickey Rouke auf der Bühne stehen und die Preise, die gleichzeitig immer Indikator für die Oscars sind, übergeben. Moderiert wird die Veranstaltung dieses Jahr von dem britischen Comedian Ricky Gervais. Dieser freue sich am Meisten, mit Leonardo DiCaprio, Robert DeNiro und Martin Scorsese auf der Bühne zu stehen. Kein Wunder, hat er doch den größten Mädchenschwarm, den besten Schauspieler und einen der besten Regisseure zusammen auf einer Bühne. Zu den heißen Favoriten gehören dieses Jahr das Megaspektakel „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von James Cameron und „Up in the Air“ mit George Clooney. Außerdem im Rennen sind Kathryn Bigelows Kriegsdrama „The Hurt Locker – Tödliches Kommando“, die Science Fiction-Dokumenation „District 9“, „Star Trek“, Disney Pixars „Up“, „Invictus“ von Clint Eastwood, „Inglorious Basterds“ von Quentin Tarantino (mit Christopher Waltz als heißem Favoriten als bester Nebendarsteller) und „Precious“: Ob es Überraschungssieger geben wird oder sich ...

Österreichischer Film

Wenn das Lachen im Halse steckenbleibt

Der österreichische Film hat die Attribute „makaber“, „düster“, „bösartig, aber charmant“ – und diese Bezeichnungen hat dieser zu Recht.  Während es in den 20er Jahren einen wahren Filmboom in Österreich gab, wurde es danach langsam wieder still im Land der Knödel. Erst „Nordrand“ leitete 1999 eine Wende ein. Als erste österreichische Produktion seit 1948 wurde der Film für den Hauptpreis der Filmfestspiele von Venedig nominiert. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ulrich Seidl präsentierte 2001 „Hundstage“, Michael Haneke produzierte 2001 „Die Klavierspielerin“ und wurde dieses Jahr mit der Goldenen Palme für „Das weiße Band“ ausgezeichnet. Zudem erlangten heimische Highlights wie „Die Fälscher“ (Oskarauszeichnung), die Wolf Haas-Triologie rund um den ehemaligen Polizisten Brenner, „Funny Games“ oder „Hinterholz 8“ richtigen Kultstatus. Ein wichtiger Aspekt, den österreichische Filmschaffende in den letzten Jahren perfektionierten ist der schwierige Spagat zwischen anspruchsvoller Unterhaltung und Komödie. Hier stechen Regisseure wie Wolfgang Murnberger, Michael Glawogger oder Barbara Albert besonders heraus. In Österreich sind die Kassenschlager vor allem jene Filme, die mit bekannten österreichischen Kabarettisten in den Hauptrollen besetzt sind, während im Ausland eher tiefsinnigere Produktionen, vor allem Dramen und Dokumentationen, Anklang finden. Auf flimmit haben wir einen wunderbaren Mix aus österreichischen Dokus, Serien und Filmen für euch zusammengestellt. Von ...