15 Jahre New Queer Cinema in Wien: “identities” von 4. – 12.06.2009

Gestern am 4. Juni war der Startschuss des achttägigen „identities – New Queer Film“- Festivals in Wien. Aber was heißt eigentlich „Queer“? Die Meisten verbinden damit schlichtweg „Schwulenfilme“ – so einfach ist es aber nicht. Daher kommt heute ein kleiner Einsteiger-Crashkurs für Beginner. Der Name „New Queer Cinema“ entstand erstmals in den Filmfestivals Anfang der 90er Jahre. Vor allem zeichnet sich diese Bewegung durch folgende Punkte aus: Queer-Filme sprachen nicht nur die rein homosexuelle Gemeinschaft an, sondern richteten sich auch an Minderheiten (z.B. Schwarze, Hispanos etc.). Zweitens verschönerten sie nicht die dazumal „unmoralischen“ Züge der Protagonisten (vgl. Genet’s Un Chant d’Amour). Weiters trotzen sie der homophoben Vergangenheit. Als vierter Punkt ist zu sagen, dass sich das Queer Cinema gegen die Konventionen bezüglich der vorherrschenden Norm in Sachen Form, Inhalt und Genre wehrt. Kurz gesagt: Es lehnt sich gegen die gängige Produktion von Mainstream-Filmen auf. Zum Schluss muss das Merkmal angeführt werden, dass sich das Queer Cinema intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzt - allerdings in einer nicht unbedingt negativen Art und Weise (z.B. erwacht in Zero Patience der erste an AIDS Verstorbene wieder zum Leben). Der Begriff "Queer" kann als Überbegriff für die Bezeichnungen schwul, lesbisch, bisexuell, transgender gesehen werden. Heute besagt ...

Das war Cannes 2009: Buhrufe, Lachen und angeregte Diskussionen

67 Jahre musste Regisseur Michael Haneke warten, um den glücklichsten Moment seines Lebens zu genießen. Zumindest war dies Inhalt seiner Dankesrede, die er nach seiner Auszeichnung mit dem höchsten Filmpreis von Cannes hielt. Und nach solch einer Auszeichnung will jeder etwas von dem Kuchen abhaben und plötzlich ist Haneke in den Medien mal Deutscher, mal Österreicher. Auch Christoph Waltz, ausgezeichnet als bester Darsteller, will plötzlich jeder gern für sein Land beanspruchen. Zumindest Charlotte Gainsbourg wird wohl schlichtweg Französin bleiben. Ausgezeichnet als beste Darstellerin mit einem französischen Preis in einer französischen Stadt von einer französischen Jurypräsidentin kann man nur noch sagen: „Vive la France“. Aber mal ehrlich: eigentlich ist es doch egal, woher ein Film oder seine Künstler stammen - schlussendlich zählt nur, was sie in uns auslösen und wie sie uns begeistern. Und diese herausfordernde Aufgabe haben alle Preisträger großartig gemeistert, wie wir finden. Nach diesem in den Medien geführten Staatsbürgerschaftsbashing wird es Zeit, sich die Sieger, die Aufreger und Verlierer von Cannes genauer anzusehen: Neben Charlotte Gainsbourg und Christoph Waltz als beste/r Darsteller/in wurde Brillante (es muss gesagt werden: ein genial brillianter Vorname) Mendoza für seinen Film „Kinatay“ als bester Regisseur ausgezeichnet. Den Preis der Jury konnten die Britin Andrea ...

Cannes 2009 – Auf der Jagd nach der Goldenen Palme (Teil 5): Langatmiges skalpieren

Zwischenbilanz Cannes: Zuerst der Gossip, um die Sensationslust zu befriedigen, die niemand gerne zugibt, aber dennoch sooo schön ist. Brad Pitt und Angelina Jolie sind entweder tatsächlich sehr gute Schauspieler oder an den Trennungsgerüchten ist nichts dran. Verliebt, knutschend und in eleganter, altrosa Robe eingehüllt (Angelina, nicht Brad) ließen sich die Beiden brav fotografieren, keine Zickereien, keine Bestätigung einer Krise. Bill Clinton versteigerte sein geliebtes Saxophon auf der Aids-Gala in Cannes für den guten Zweck. Sharon Stone führte durch die Show. Die Beiden sind ja bereits Profis für Aids-Charity-Events, auf dem Wiener Life Ball machten sie schon eine gute Figur. Und außerdem kam „Twilight“-Star Robert Pattinson zur Premiere von „Inglourious Basterds“. So, das muss vorerst die Tratschsehnsüchte befriedigen. Kommen wir zu den ersten Reaktionen aus den Kinosälen selbst. Wenn man auf einen Tarantino Film wartet, kann man unmöglich vermeiden, den aktuellen an seinen alten Werken zu messen. Und er hat die Messlatte hoch gelegt: "Pulp Fiction" oder "Kill Bill" bleiben in Erinnerung. Und dann sieht man „Inglourious Basterds“ – wird er in typischer Tarantino-Manier sein? Wird der Soundtrack wieder als Must-Have sämtlicher Studenten-WG's gehandelt? Werden es Zitate in den täglichen Sprachgebrauch schaffen? („I love you, Pumpkin....Everybody be cool, this is a ...

Pages: Prev 1 2 3 4 Next