Sonne, Strand und Palmen (sowohl in natura als auch vergoldet). Tag zwei in Cannes: Die ersten Stargäste treffen ein, die Fotografen zertrampeln sich gegenseitig und die ersten Kritiken sind bereits en masse im Internet zu lesen. Zusammenfassend kann bisher diese Erkenntnis gewonnen werden: Der animierte Eröffnungsfilm „Up“ sorgte neben leichten melancholischen Ausfällen für ausgelassene Heiterkeitsstimmung, Jury-Präsidentin Isabelle Huppert trug ein floral besticktes Kleid von Armani, Francis Ford Coppola und Tilda Swinton wurden gesichtet. Und das Wetter war schön.
Und nach diesem ersten Gossip komme ich wieder zurück zur eigentlichen Bedeutung von Cannes (abgesehen von Sehen und gesehen werden): Filme! Viele, viele Filme!!
Satan hat die Welt erschaffen: Das ist der Basisgedanke des nominierten Films „Antichrist“ von Lars von Trier. Der dänische Regisseur ist bekannt für düstere Dogmafilme, die unter die Haut gehen, man denke zurück an „Dancer in the Dark“ „Manderlay“ „Breaking the Waves“ oder „Dogville“ – Meisterwerke, die nicht nur den zart besaiteten Kinobesucher erschüttern.
In „Antichrist“ bringt ein Psychiater (gespielt von William Dafoe) seine Frau (Charlotte Gainsbourg) zu dem Ort, den sie am Meisten fürchtet, um den Tod ihres Sohnes zu verarbeiten. In einer Hütte im Wald versuchen die Beiden zu verstehen, warum es zu der Tragödie kam und sie müssen ...