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Kritik Sherlock Holmes

Detektivischer Actionheld

Detektivischer Actionheld

Richtige Filmefans wussten es bereits bei „Lock, Stock and two Smoking Barrels“, die breite Masse erkannte spätestens bei „Snatch“ das Guy Ritchie zu den wenigen begnadeten Regisseuren gehört, der jedem Film seinen persönlichen Stempel aufdrücken kann. Dann kam Madonna. Und „Swept Away“ mit Madonna. Und die Filmfans  mussten zurecht befürchten, dass mit dieser Vereinigung ein Großer im Filmgeschäft für immer verloren war. 2008 kam Guy Ritchie wieder in die Schlagzeilen, nicht mit einem neuen Flop, in dem wieder seine Ehefrau mitspielte, dafür aber mit einer Scheidung. Ein erneutes Aufatmen ging durch die Filmwelt und diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht. „Sherlock Holmes“ mit Robert Downey Jr und Jude Law kann sich problemlos in die Kultstreifen vor dem Madonnadebakel einreihen. Die Abenteuergeschichte des Detektivs Sherlock Holmes und seines getreuen Gefährten Watson ist jedermann bekannt, aber die Art und Weise der Darstellung hat mit den alten Figuren der Serie nicht mehr viel gemein. Robert Downey Jr spielt Holmes mit einer nie dagewesenen psychischen und physischen Präsenz. Kampfszenen in Slow Motion lassen das Herz jedes Actionbegeisterten höher schlagen und die Rolle des Watson spielt Jude Law nicht klischeebeladen als Lakai, sondern als Ebenbürdiger von Sherlock Holmes. Mag Sherlock Holmes auch durchgeknallt sein (und alle Robert Downey ...

Kategorien: Kinotipps  |  7. Januar 2010  |  0

Review: Diese Nacht

„Eine Nacht um eine Wahrheit zu finden, die ständig flieht“

„Eine Nacht um eine Wahrheit zu finden, die ständig flieht“

Die Medientage im Messezentrum Wien sind nicht nur der Anlass  von Diskussionen über Qualitätsjournalismus, sondern bieten allen voran ein perfektes Umfeld, um neue Bekanntschaften zu schließen und alte aufzufrischen. Und siehe da, unsere Freunde des Poool Filmverleihs laufen uns über den Weg. Gut für uns, und noch besser für euch: Denn ab nächster Woche startet ihr Film „Diese Nacht“ in den Kinos. Poool hat auch weitere, grandiose Filmwerke (die hoffentlich auch bald auf Flimmit erhältlich sind ;-)... „Diese Nacht“ ist ein Film über Abschied, Liebe, Verzweiflung, Tod, Hoffnung und der Auseinandersetzung mit Schemen der Vergangenheit – und das alles in einer Nacht. Pascal Greggory spielt die Figur des Kriegshelden Ossorio mit einer Eindringlichkeit, die unter die Haut geht. Er hat nur noch eine Nacht. Eine Nacht, in der er in die fiktive Hafenstadt Santa Maria kommt und in der ein willkürliches Regime herrscht. Er muss sich mit Vertretern der Macht als auch des Widerstands herumschlagen. Die Regierung ist gestürzt, es herrscht Anarchie im Inneren und von Außen rückt eine unsichtbare Armee an, die unweigerlich auch den Tod bringt. Aber es geht nicht um politische Systeme, es geht um die Menschen. Ossorio ist gefangen in einem Reigen, in der er nicht mehr zwischen ...

Kategorien: Kinotipps  |  9. Oktober 2009  |  0

Public Enemies: Kein Film für nervöse Mägen

Public Enemies: Kein Film für nervöse Mägen

Ein paar Tipps, die vor einem Kinobesuch von „Public Enemies“ beachtet werden sollten: Unbedingt vorher auf die Toilette gehen, genug Popcorn oder sonstige Verpflegung sowie Wasser mitnehmen und jene, die mit einem nervösen Magen gesegnet sind, sollten sich sowieso zweimal überlegen, ob ein Kinosaalwechsel nicht besser wäre. Denn „Public Enemies“ ist lang und fast ausschließlich mit wackeliger Handkameras gefilmt. Die genaue Laufzeit ist 140 Minuten, die gefühlte fünf Stunden. Leider können das auch Johnny Depp und Christian Bale nicht mehr retten. Bis auf einige Highlights ist die Verfilmung über das Leben, Rauben und Sterben von John „Johnny“ Dillinger leider keine Meisterleistung des Regisseurs Michael Mann. Versucht wurde eine Hommage, die sowohl Action als auch Arthouse vereinen sollte. Besser wäre es gewesen, sich für Action zu entscheiden (oder auch Arthouse, Hauptsache keine Mischung). Es ist schließlich kein Verbrechen, einen glatten, schnellen „Bum-Bam“-Streifen abzuliefern. Damit hätte zumindest das Publikum weitaus weniger gelitten. Aber keine Sorge, es gibt mit Abstand schlimmere Filme und auch wenn Christian Bale enttäuschend war, Johnny Depp ein ordentliches Mittelmaß hinlegte, so lohnt es auf jeden Fall Marion Cotillard zu sehen, die beide männlichen Beaus in ihrer Rolle als Billie, Geliebte Dillingers, an die Wand spielt. Ein weiteres Highlight ist ...

Kategorien: Kinotipps  |  24. August 2009  |  0

Kinotipp: “State of Play – Stand der Dinge”

Kinotipp: “State of Play – Stand der Dinge”

Da schreibt man seine zweite Blog-Filmkritik und schon will einem ein Film weiß machen, dass Blog-Schreiben nicht sooo fundiert ist, wie die gute alte Zeitung. Toll – eigentlich sollte man hier direkt, zumindest als geneigter Internet-Film-Kritiker, den Kinosaal oder das heimische Wohnzimmer verlassen und das letzte Print-Abo kündigen. ABER - und darauf haben Sie, geschätzter Blog- (und wahrscheinlich auch Zeitungs-)Leser - mein Wort: Bleiben Sie ruhig sitzen, denn selten war ein Film so aktuell und sehenswert wie der Politthriller "State of Play - Stand der Dinge" mit den exzellent harmonierenden Oscar-Gewinnern Russell Crowe und Ben Affleck (zu sehen bei uns in Chasing Amy und Good Will Hunting). Und das gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen geht es um die Krise der Zeitungsindustrie in Zeiten des Internets und  zum anderen um das schmutzige Milliardengeschäft Krieg, dass vor allem in den USA durch Söldner-Heere in Afghanistan und im Irak in die Schlagzeilen gekommen ist. Aus der komplexen englischen Polit-Mini-Serie „State of Play“, die auch als Vorlage diente, kreiert Regisseur Kevin MacDonald ("Der letzte König von Schottland") eine packende und düstere Geschichte über (Medien-)Macht, Mord und Intrigen. Bereits in den ersten Bildern wird  eine Atmosphäre düsterer und anonymer Bedrohung aufgebaut: Ein schwarzer Kleinganove wird auf offener Straße ...

Kategorien: Kinotipps  |  18. August 2009  |  1

Affären à La Carte: Generation Obsession – stilvoll serviert

Affären à La Carte: Generation Obsession – stilvoll serviert

Ein (etwas gruseliger) Blick in die Zukunft ist der Film „Affären à La Carte“ für alle Kinofans unter 30, die in einer Großstadt leben, gerade ihre Karriere planen und sich langsam auf Beziehungen einlassen. Und so lernt der Twen, dass zwar die Karriere einigermaßen laufen wird, ein Haus oder eine schöne Wohnung keine Utopie mehr ist, vielleicht auch eine Heirat drinnen ist – aber der Rest läuft genau so ab, wie auch schon in den rebellischeren Jugendjahren. Nur ein bisschen stilvoller. Da fliegen schon mal verbale Messer und schneiden ins Fleisch, und die Retourkutsche folgt sofort. Zwei verheiratete Paare, eine Salsalehrerin, ein verliebter Tapezierer, und das unorthodoxe Paar, wo Er ungefähr 30 Jahre älter ist und sich besser mit ihrem Vater als mit Ihr versteht – diese bunt gemischte Truppe trifft sich in einer schönen Bobo-Wohnung zu einem Dinner. Und der Ausgang, obwohl nicht wirklich dramatisch dargestellt, ist für alle lebensverändernd: Fremdgehen, ein Unfall und Karrieresprünge. Die Dinnergäste in "Affären à La Carte" bewahren dennoch immer Haltung: Es gibt kein Geschrei, niemand lässt sich volllaufen, auch von pathetischen Tischreden wird abgesehen. Hinter vorgehaltener Hand kultivierte Antipathien kommen gelegentlich zum Vorschein, um dann schnell weggelacht zu werden. Es wird lieber ein bisschen geheuchelt ...

Kategorien: Kinotipps  |  14. August 2009  |  0

Locarno 2009: “Unter Bauern” – 8.000 Menschen schweigen

Locarno 2009: “Unter Bauern” – 8.000 Menschen schweigen

Wenn die Vorlage für einen Film von realen Menschen kommt, noch dazu von Menschen wie Marga Spiegel, dann können auch die abgebrütesten Leute die Tränen nicht mehr zurückhalten. Marga Spiegel ist mittlerweile 97 Jahre alt und ist Jüdin. Man muss kein Mathegenie sein, um sich auszurechnen, dass sie damit die grausamen Nazijahre durchleben musste. Der Film „Unter Bauern“ mit Veronica Ferres als Marga feierte gestern auf der Piazza Grande in Locarno seine Weltpremiere. Und 8.000 Zuschauer verstummten. Wenn nach dem Abspann das Publikum still bleibt und es zu einer merkwürdig betroffenen Eigendynamik kommt, dann bekommt man eine Vorstellung davon, wie sehr dieser Film alle Zuseher getroffen hat. 1943: Hitler ist auf dem Höhepunkt seiner Macht, aber von Aufmärschen unter Naziflaggen oder imposanten Inszenierungen der Landung der Alliierten in der Normandie ist hier nichts zu sehen. Das Münsterland ist eben nicht Berlin. Dennoch hätten Marga und ihr Mann Menne keine Chance den Krieg zu überleben, gäbe es nicht die Bauern. Über zwei Jahre riskieren sie ihr eigenes Leben, um Marga, ihren Mann und ihre Tochter zu verstecken. Die Bilder, mit denen Regisseur Ludi Boeken die Handlung unterlegt, spiegeln die Mentalität der westfälischen Bauern wider. Da wird kein großes Aufheben um die neuen ...

Kategorien: Festivals, Kinotipps  |  7. August 2009  |  0

“Die Gräfin”: Blutige Hautpflege im Mittelalter

“Die Gräfin”: Blutige Hautpflege im Mittelalter

In der heutigen Zeit würde die ungarische Gräfin Erzsébet Báthory (Julie Delpy) wohl zum Schönheitschirurgen gehen. Verzweifelt sieht sich die adelige, reiche Witwe mit Falten und Altersflecken auf der einen Seite und dem türkischen Heer auf der anderen Seite konfrontiert. Als wichtigste Verbündete des Königs im Kampf gegen die Türken, reist sie des Öfteren nach Wien und trifft dort den viel jüngeren Istvan Thurzo (Daniel Brühl). In Hollywood würde man wohl eine Frau wie die Gräfin „Cougar“ nennen – eine ältere Frau, die Lust auf Frischfleisch hat (siehe auch Demi Moore). Eine leidenschaftliche Affäre entspringt dieser kurzen Begegnung. Allerdings wird die Verbindung der beiden Verliebten von Istvans intrigantem Vater (William Hurt) sabotiert. Er schickt seinen Sohn fort und sendet einen gefälschten Brief an Erzsébet. Dieser enthält die Aussage, dass sie zu alt für den jungen Thurzo sei. Diese Tatsache quält nicht nur moderne Frauen, auch um 1600 war dies eine Beleidigung und Kränkung unermesslichen Ausmaßes. Aber während heutzutage die Möglichkeit zum Klagen und der Konsumation der teuersten Hautcremes besteht, so musste die Gräfin auf ein anderes Mittel zurückgreifen. Ein Zufall machte die Gräfin glauben, dass Jungfrauenblut den Alterungsprozess aufhalte. Und wie es auch bei Schönheitsoperationen ist, irgendwann bekommt man nicht mehr genug. ...

Kategorien: Kinotipps  |  6. August 2009  |  0

Hangover: Wenn der Kater mit dem Tiger…

Hangover: Wenn der Kater mit dem Tiger…

Nach einer durchzechten Nacht aufzuwachen und einen Zahn vermissen, das hat wohl der Eine oder Andere schon einmal erlebt (mich eingeschlossen). Aber aufzuwachen und einen Tiger im Hotelsuiteklo zu finden, bleibt nur den wirklich Trinkfesten vorbehalten. Der aktuell im Kino lauftende Film "Hangover" haltet, was er verspricht: jede Menge Gedächtnislücken und ein Kater, den Las Vegas Reisende erschreckend gut nachvollziehen können (mich eingeschlossen). Darum gehts: Eine unvergessliche Nacht in Vegas ist alles was sich Doug vor seiner Hochzeit wünscht. Zusammen mit Stu, Phil (Bradley Cooper ist ein Hingucker für alle weiblichen Kinobesucher) und seinem zukünftigen Schwager Alan (Zach Galfia in einer Mischung aus  Jeff Bridges’ „Dude“ und „Willy“ aus der Biene Maja) geht es im geliehenen Mercedes des Schwiegervaters in den Sündenpool Las Vegas. Ein Jägermeister am Dach des Caesar’s Palace ..... und die verkaterten Partyjungs wachen in einer völlig verwüsteten Suite wieder auf. Filmriss!!! Normalerweise würde man wohl ein Aspirin schlucken, Wasser trinken und sich schwören, NIE WIEDER auch nur Hustensaft zu trinken. Aber wenn der Bräutigam verschwunden ist, ein Baby im Abstellschrank schreit, ein Tiger das Klo besetzt und der Mercedes anscheinend gegen ein Polizeiauto eingetauscht wurde, der Schneidezahn von Stu fehlt und ein Huhn (lebend, nicht gegrillt) auf dem ...

Kategorien: Kinotipps  |  30. Juli 2009  |  0

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