Ein (etwas gruseliger) Blick in die Zukunft ist der Film „Affären à La Carte“ für alle Kinofans unter 30, die in einer Großstadt leben, gerade ihre Karriere planen und sich langsam auf Beziehungen einlassen. Und so lernt der Twen, dass zwar die Karriere einigermaßen laufen wird, ein Haus oder eine schöne Wohnung keine Utopie mehr ist, vielleicht auch eine Heirat drinnen ist – aber der Rest läuft genau so ab, wie auch schon in den rebellischeren Jugendjahren. Nur ein bisschen stilvoller. Da fliegen schon mal verbale Messer und schneiden ins Fleisch, und die Retourkutsche folgt sofort.
Zwei verheiratete Paare, eine Salsalehrerin, ein verliebter Tapezierer, und das unorthodoxe Paar, wo Er ungefähr 30 Jahre älter ist und sich besser mit ihrem Vater als mit Ihr versteht – diese bunt gemischte Truppe trifft sich in einer schönen Bobo-Wohnung zu einem Dinner. Und der Ausgang, obwohl nicht wirklich dramatisch dargestellt, ist für alle lebensverändernd: Fremdgehen, ein Unfall und Karrieresprünge.
Die Dinnergäste in "Affären à La Carte" bewahren dennoch immer Haltung: Es gibt kein Geschrei, niemand lässt sich volllaufen, auch von pathetischen Tischreden wird abgesehen. Hinter vorgehaltener Hand kultivierte Antipathien kommen gelegentlich zum Vorschein, um dann schnell weggelacht zu werden. Es wird lieber ein bisschen geheuchelt ...