Viennale

And the Wiener Filmpreis goes to…

Gestern wurde die Viennale mit dem Abschlussfilm „A serious Man“ von Joel und Ethan Coen und der Verleihung des Wiener Filmpreises offiziell beendet. Jessica Hausner muss mittlerweile wohl Platz auf dem Kaminsims machen. Der mit Preisen ausgezeichnete Film „Lourdes“ (FIPRESCI Preis, SIGNIS Preis, La Navicella-Preis & den Brian-Preis - 66. Filmfestspiele von Venedig) hat nun auch noch den Wiener Filmpreis für den besten österreichischen Spielfilm des vergangenen Jahres abgestaubt. Die Geschichte über die gelähmte Christine, ihrer Wunderheilung in Lourdes und die innere Zerrissenheit von Gläubigen, die zwischen Neid und der Quasiverpflichtung für Nächstenliebe schwanken, ist zu recht einer der eindrucksvollsten Filme des letzten Jahres und auch die Jury bezeichnete Hausners Film als "außergewöhnliches Filmereignis". Peter Kerekes konnte mit seiner Dokumenation „Cooking History“ die Jury überzeugen und gewann den Wiener Filmpreis (in der Sparte „Dokumentation“). Dieser wurde heuer wurde nicht nur erstmals in zwei Kategorien verliehen, sondern auch mit je 14.000 Euro in Geld- und Sachwerten dotiert. Kerekes' Armeekoch-Doku besteche durch ihren "außerordentlich eigenwilligen Zugriff" und ihre "Prise Sarkasmus", zeigte sich die Jury überzeugt von der Doku. Peter Kerekes erzählt, dass seine Großmutter ihm gesagt habe, dass sein Humor nur daheim verständlich sei. "Und ich glaube, sie hat recht: Für einen Ungar, ...

Viennale: Bazar der Geschlechter

Ich heirate diese Frau für eine Stunde…

„Wie Männer Frauen behandeln, das ist nichts als männliche Arroganz“, ereifert sich ein 23-jähriger Iraner im Gespräch mit dem Mullah. Und dessen Antwort eröffnet eigentlich erst die wahre Scheinheiligkeit, die rechtfertigt, dass die weibliche Unterdrückung rein religiös bedingt ist: „Zu wem hilfst du eigentlich? Zu den Frauen oder den Männern?“ Regisseurin Sudabeh Mortezai zeigt auf amüsante und ehrliche Weise in ihrem neuesten Dokumentarfilm "Bazar der Geschlechter" die Sicht von verschiedenen iranischen Menschen – vom Mullah bis zum Taxifahrer – über das Thema „temporary marriage“. Also Ehe auf Zeit. Männer wollen das unter allen Umständen erhalten und weiter ausbauen, denn auf diese Weise, so denken sie, kann die Prostitution verhindert werden (und auf diese steht immerhin das Urteil „steinigen“). Der Mann bezahlt also für einen gewissen Betrag und unterhält so die „Zeit-Frau“ für einen vorher abgemachten Zeitraum. Oft führt das zu Scheidungen, wenn die Hauptfrau das nicht akzeptieren will (nicht verwunderlich). „Dieses System ist hervorragend, aber es scheitert oft an der weiblichen Eifersucht“, zeigt sich ein Mullah verwundert über soviel weibliche Arroganz. Umgekehrt haben sich diese Männer wohl noch nie die Frage gestellt, ob sie es selbst akzeptieren würden, wenn die Frau mehrere Männer hätte. Sudabeh Mortezai zeigt die vielen Schichten der Menschen. ...

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