Die Mitfahrzentrale ist eine Einrichtung, in der Fahrgemeinschaften gebildet werden, um Menschen von einem Ort zum anderen zu bringen. Nicolai Albrecht nutzt diese Einrichtung als Ausgangspunkt, um eine Geschichte zu erzählen, in der verschiedene Menschen mit verschiedenen Schicksalen für eine kurze Zeit aufeinander treffen. Die Wege von Fahrer und Mitfahrer, die einander fremd sind, sich noch nie zuvor gesehen haben, kreuzen sich gerade so lange, dass es ausreicht, Sympathie oder Ablehnung gegenüber dem Anderen aufzubauen.
In episodischen Erzählungen werden uns stereotype Charaktere vor Augen geführt: Der Teenager, zugleich Experte für Computerspiele jeglicher Art, die intellektuelle Studentin, die alleinstehende Mutter, die sich immer wieder die falschen Männer sucht, und ihre pubertierende Tochter, der Reisende, der gern wettet und so sein Geld verspielt, die von ihrer Beziehung gelangweilte und genervte Schauspielschülerin und ihr ahnungsloser Freund, der Asylwerber, der heiraten muss, um in Deutschland bleiben zu können, und schließlich der geschiedene Familienvater, der eine Vorliebe für junge Mädchen hat. Dabei erfahren wir einmal mehr und einmal weniger über das Leben der einzelnen Personen, die manchmal die Wahrheit sagen, oft lügen oder auch lieber mal schweigen. Menschen treffen aufeinander, lernen sich kennen und dann trennen sich ihre Wege. Man wird sich wohl nicht wiedersehen. Oder ...