Kalafudra's Kino: Jud Süß - Film ohne Gewissen

Was würden wir nur tun, könnten wir uns nicht mehr über Skandalfilme beschweren?

Jud Süß - Film ohne Gewissen ist der neueste Film von Oskar Roehler. Er erzählt die Entstehungsgeschichte vom Nazi-Propaganda-Film Jud Süß, den während des 2. Weltkrieges etwa 20 Millionen Menschen gesehen haben und der auch heute noch verboten ist. Ferdinand Marian (Tobias Moretti) ist ein relativ erfolgreicher österreichischer Schauspieler in Berlin. Als ihn der Propagandaminister Goebbels (Moritz Bleibtreu) als Iago in einer Othello-Produktion sieht, die letztendlich nie zur Aufführung kommt, weil der Othello-Darsteller Willhelm Deutscher (Heribert Sasse) Jude ist, weiß Goebbels, dass Marian der perfekte Hauptdarsteller für sein Filmprojekt Jud Süß ist. Ein Film, der der größte Propagandafilm der Nazizeit werden soll. Als Marian das Hauptrollen-Angebot von Regisseur Veit Harlan (Justus von Dohnanyi) unterbreitet wird, ist er zwiegespalten. Einerseits lockt ihn der Ruhm, den die Rolle bietet, andererseits versteckt er selber einen jüdischen Freund im Garten und die Großmutter seiner Frau Anna (Martina Gedeck) ist ebenfalls Jüdin. Außerdem kann er dem mächtigen Goebbels schwer nein sagen, aber er befürchtet, dass er, sollte er die Rolle übernehmen, selber für einen Juden gehalten werden könnte. Hin- und hergerissen entscheidet sich Marian dafür, die Rolle abzulehnen, knallt Goebbels einen Aschenbecher vor die Füße und wird schließlich von Goebbels einfach nicht mehr gefragt, sondern eingeteilt. Aus der ...

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